Botschaft der Hubertuslegende immer noch aktuell

Wenn sich Jäger aller Konfessionen am 3. November zusammenfinden, um den Hubertustag zu feiern, dann ehren sie nicht nur ihren Schutzpatron, sondern einen Mann, der als Symbolfigur und Bewahrer der Natur gilt.
Nach der Legende aus dem 8. Jahrhundert war Hubertus ein zügelloser Jäger, dem eines Tages ein Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifix zwischen den Geweihstangen erschien. Aus Hubertus, dem Jäger ohne Grenzen, wurde fortan ein Heger und Bewahrer der Natur, der die Wildtiere als Geschöpfe Gottes achtete. Weiter ist über den heiligen Hubertus bekannt, dass er etwa um 705 n. Chr. Bischof von Lüttich war. Bereits im 10. Jahrhundert wurde Hubertus von Jägern als ihr Schutzpatron verehrt.
Die Botschaft der Legende ist nach wie vor aktuell. Sie mahnt die Menschen heute, verantwortungsvoll mit Umwelt und Natur umzugehen und deren Ressourcen nach dem Grundsatz der Nachhaltigkeit zu nutzen, das heißt nur soviel abzuschöpfen wie regelmäßig wieder hinzu wächst. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland täglich eine Fläche in der Größe von 400 Fußballfeldern für Bautätigkeiten aller Art verbraucht wird, sollte das Vermächtnis des Hubertus wieder ins Bewusstsein rücken, so der DJV.
Wildtiere und Pflanzenarten werden durch den Menschen immer mehr verdrängt, aber nicht nur durch Bautätigkeiten sondern ebenso durch die zunehmenden Freizeitaktivitäten in der Natur. In vielen Orten und Gemeinden werden rund um den 3. November Hubertusmessen mit Jagdhornklängen gefeiert. Dazu werden die Kirchen mit den vielfältigen Gaben der Natur festlich geschmückt und viele Jäger und Falkner beteiligen sich an der Gestaltung der Messen.

Hubert war nach der Überlieferung Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse, wohl auch verwandt mit dem ostfränkischen Hausmeier Pippin, dem Mittleren. Er lebte als Pfalzgraf am Hof von Theoderich III. in Paris, musste aber aus dieser Position fliehen und ging nach Metz zu Pippin. Er heiratete die Prinzessin von Löwen und bekam den Sohn Floribert, der später Bischof von Lüttich wurde. Nach dem Tod seiner Gattin bei der Geburt dieses ersten Sohnes zog er sich von allen Ämtern zurück, lebte sieben Jahre als Einsiedler in den Ardennen und ernährte sich durch die Jagd. In dieser Zeit festigte sich sein Glaube, er ließ sich zum Priester weihen, wirkte als Glaubensbote in Brabant und den Ardennen und gilt deshalb als der "Apostel der Ardennen". Um 705 wurde er Bischof von  Tongeren-Maastricht, 716 verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich und erbaute die Kathedrale an der Stelle, an der sein Lehrer Lambert ermordet worden war. Er galt als umsichtig und milde, bei einer Hungersnot rettete er Tausende Menschen vor dem Tod. Seit dem 15. Jahrhundert wird die Legende vom Jäger Hubertus erzählt, dem ein mächtiger Hirsch mit dem Kruzifix zwischen dem Geweih erschien, was ihn bekehrte; dieses Motiv stammt aus der Eustachius / Placidus-Legende. Die Grundlage für die Zuschreibung dieses Motivs an Hubertus war seine Zeit als Einsiedler. Hubertus' Gebeine wurden am 3. November 743 erhoben, 825 kamen sie nach Andagium, dem heutigen St.-Hubert in den Ardennen, seit der französischen Revolution sind sie verschwunden. St.-Hubert war im Mittelalter ein bedeutender Wallfahrtsort. Am Hubertus-Tag wird Brot, Salz und Wasser geweiht, der Verzehr soll vor Hundebiss schützen. Hubertus-Brot schützt Haustiere, umgekehrt heißt die Tollwut in der französischen Sprache "Hubertus-Krankheit". Im 15. Jahrhundert wurde ein Ritterorden nach Hubertus benannt. In der Zeit um den Gedenktag finden traditionell die nach Hubertus benannten Jagden statt. Er gehört zu den vier heiligen Marschällen, in manchen Gegenden wird er auch zu den 14 Nothelfern gezählt.

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